Home

Text " Wisse das Bild "

Grenzland

summertime

vita

Text zum Projekt Grenzland

Eines der wichtigsten Grundlagen der klassischen modernen Kunst ist die Abhandlung "Punkt und Linie zu Fläche" von Wasilly Kandinski.

Das Werk ist als Leitlinie für einen kompositorischen Bildaufbau abstrakter Malerei zu verstehen.

Zitat:

„ Linienformen und ihre Wirkung

Wie die Musik ihre Töne und Zeichen, die Sprache ihre Laute und Schriften hat auch das Bild seine Gestaltungs- und Formelemente. Diese ein Bild konstruierenden Faktoren sind:

  • Punkt – Linie – Fläche - Format und – Farbe „
  • Kandinsky und Klee gehen davon aus, das eine Bildkomposition immer über Punkt und Line zur Fläche und Gestaltung führt.
  • Zitat:

    „KANDINSKY und KLEE begreifen die Linie als dynamischen Punkt, der aus sich heraustritt. „Sie ist die Spur des sich bewegenden Punktes, also sein Erzeugnis“, sagte KANDINSKY in Punkt und Linie zur Fläche. Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente (1926).“

    Wenn heute Künstler wie Schnackenberg vom Punkt ausgehen, ist es ein vollkommen anderer Ansatz wie bei Kandinsky und Klee. Hier entwickelt sich ein Punkt nicht zur Linie und dann zur Fläche. Aus dem Punkt heute Pixel entsteht ein Raster, welches sich zu einem Bild entwickelt. Je nach Dichte der Pixel entstehen feine oder grobe Strukturen die eine dem entsprechende Atmosphäre im Bild entstehen lassen.

    Als Fragmente des Imaginären

    Bilder die Abbild waren, als Fotografie meist, gespeichert, digitalisiert, gerastert. Im Sinne von Vergangenheit, die Erinnerung als solche ist meist eine fragmentarische. Es bleiben Dinge in Erinnerung die angenehm waren und noch sind, der Wohlfühlfaktor spielt hier eine große Rolle. Wenn gegenteilige Erinnerungen gespeichert werden, und als starke Emotion weiterleben, spricht man von Trauma.

    Bei dem Projekt Grenzland Bilder erleben sie das Fragment oder die Fragmente von Bild oder Bildern, die als Abbild von Dagewesenem mit allgemeingültigem Wiedererkennungswert, als Vorläufer der späteren Kunstwerke zu verstehen sind.

    Nicht Abstraktion, als klassisches Stilmittel, kommt hier zur Anwendung. Sondern das auf dem Bildträger durchgängige Raster wird partiell unterbrochen. Es entstehen freie Flächen, die die Bilder oftmals graphisch erscheinen lassen, und eine starke Rhythmisierung des Bildaufbaus bewirken. Zusätzlich durch farbliche Veränderung ist im Bild ein Stimmungswandel möglich, so dass die graphischen Elemente ihre Dominanz teilweise verlieren, zu Gunsten von mehr emotionalem Ausdruck. Diese Kunstwerke sind als Weiterentwicklung von Kaminskys und Klee´s Bildkompositionslehre zu verstehen. Und so, obwohl sie mit neuster Technik verwirklicht sind, stehen sie in der Tradition von Bildwiedergabe, die sich aber nicht als Realismus versteht.

    Zitat Dieter Ronte, Katalog ( L.U. Schnackenberg: WISSE DAS BILD, Kunstverein Linz am Rhein, 2014, Kat. S. 3 )

    Ein Bild ist nie fertig, aber nur dann von hoher Qualität, wenn es Dialoge initiieren kann, von denen der Künstler, bevor er das Bild an die Öffentlichkeit weitergibt, nichts wissen kann.